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Solidaritäts-Kundgebung mit den Samstagsmüttern in Linz!

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Zum Anlass der 600. Kundgebung hielt die Linzer Samstagsmütter Plattform am 24. September 2016 zeitgleich mit mehreren anderen europäischen Städten und mit den Samstagsmüttern in Istanbul von 11.00 bis 12.00 Uhr eine Solidaritäts-Kundgebung am Schillerplatz in Linz ab.

Sie fragte mit Bildern von in Haft Verschwundenen nach ihrem Verbleib.
Mehrmals verlasen die Teilnehmerinnen der Kundgebung Infos über die Geschichte der Samstagsmütter in der Türkei und verteilten Info-Materialien. Die PassantInnen zeigten starkes Interesse an der Aktion. Viele blieben vor den Fotos, die mit Nelken geschmückt waren, stehen.
Mit einem geschlossenen Abschlussfoto rund um das gemeinsame Transparent wurde den Samstagsmüttern in Istanbul unsere Solidaritäts-Botschaft übermittelt.

Samstagsmütter-Plattform Linz

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Die Erklärung der Samstagssmütter aus Istanbul im Wortlaut:

Zum 600. Mal werden sich die Samstagsmütter auf dem Galatasaray Platz in der Türkei versammeln.
Ganz Europa solidarisiert sich mit den Samstagsmüttern!
WIR RUFEN ZUR SOLIDARITÄT MIT DEN SAMSTAGSMÜTTERN IN LINZ!

In der 600. Woche der Samstagsmütter stellen wir erneut die Frage: „ Wo sind unsere Verschwundenen?“ Seit dem 27. Mai 1995 fragt die Gruppe der Samstagsmütter und ihrer UnterstützerInnen, die aus verschiedenen Einzelpersonen, Angehörigen und MenschenrechtsaktivistInnen besteht und so von der Öffentlichkeit benannt wurde, gemeinsam: „Wir kennen die Täter! Wo sind unsere Verschwundenen?“ Doch seit 21 Jahren bekommen wir keine Antwort.

Die heutige Regierung überragt die vorangegangenen aus den 90´gern mit ihren schmutzigen Kriegskonzepten, mit neuen Verschwundenen, neuen Menschenrechtsverletzungen, neuen Verhaftungen und Massentötungen. Stimmen, welche Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit fordern, werden erdrosselt und es wird versucht, jegliche menschlichen Werte zu Nichte zu machen. Wir sind verurteilt in Galatasaray zu sein, weil sich der Staat weigert, zu demokratisieren.

Wir sind verurteilt in Galatasaray zu sein, weil die Türkei kein Rechtsstaat ist.

Wir sind verurteilt in Galatasaray zu sein, weil es in der Türkei keine freie Medien und Presse gibt.

Anstatt, dass die Medien und deren Ressourcen im Namen des Volkes verwendet werden, werden diese genutzt, die Politik der Regierung zu rechtfertigen und zu legitimieren.

Auch in der 600. Woche unseres Protests brauchen wir, um das Schicksal unserer Verschwundenen aufzudecken und die Täter zu verurteilen, einen Rechtsstaat. Deswegen sind wir in Galatasaray.

Gegen jeglichen Druck und Repressionen standhaltend und mit Trotz suchen wir die Gesichter, welche auf Grund ihrer oppositionellen Haltung uns entrissen wurden und verschwunden sind: Vergessen wir sie nicht! Und lassen wir sie nicht vergessen!

Unser Schrei erklingt nun in der 600. Woche, 21 Jahre, 600 Wochen lang dauert unsere Suche nach „Gerechtigkeit“. Wir rufen die Öffentlichkeit auf, uns in der 600. Woche zu unterstützen und gemeinsam die Stimme zu erheben.

Stimmt am 24. September um 12:00 Uhr, wo auch immer ihr seid, mit uns ein, um uns in unserer 600. Woche für Frieden, Wahrheit, unsere Forderung nach Gerechtigkeit und um den Kampf unserer Verschwundenen zu finden, zu unterstützen! „ Wo sind unsere Verschwundenen?“

Menschenrechtsverein Istanbul
Kommission gegen das Verschwindenlassen unter Gewahrsam
Samstagsmütter

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