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Die Insel im Meer ist nicht mehr leer

Von Eva Hammer

Jeder Mensch hat eine Geschichte, egal in welcher Sprache, und jeder, der eine Geschichte erzählt, die zum Lachen oder zum Weinen bringt, darf bleiben. So lautet die Regel auf der Insel, die Robin und seine Tochter namens Sohn, als die ihre betrachten. Im 50-minütigen Stück, das am Dienstag im Linzer Theater Phönix Premiere hatte, stranden Menschen auf der Insel. Die einen schwimmen ums Überleben, andere schwimmen im Geld. Jeder erzählt seine Geschichte und darf bleiben. Bald schon entsteht eine eingeschworene multikulturelle Gesellschaft, die klare Regeln braucht. Einzig die riesige Kokosnuss schafft keiner zu knacken …

Die sozialromantische Utopie entstand aus einem Workshop mit 20 ambitionierten Jungschauspielern mit Migrationshintergrund aus unterschiedlichen Kulturkreisen, Mitglieder des Vereins „ADA — Alternative Solidarität“. Regisseur und Textautor Erik Etschel fügte die Ideen der Teilnehmer zum Theaterstück „Wir san A Da! Wir sind die Insel“ zusammen. Der Untertitel „Ein theaterpädagogisches Projekt“, ließ erhobene Zeigefinger fürchten, aber Gott sei Dank: Fehl am Platz! Sozialkritik, die nicht laut schreit, aber unmissverständlich im Raum steht, schwingt mit.

Die jungen Menschen erzählen authentische Geschichten über Flucht und Ausgrenzung.

Auf der Insel stranden aber auch eine Meerjungfrauen- Combo und eine Art Paris Hilton. Auch sie bereichern die Gesellschaft. Und was wird aus der Kokosnuss? Der über den Dingen stehende Professor klärt mit einem Video auf: Sie ist ein Fake, so wie die ganze Geschichte nur eine TV-Reality-Show war. Stürmischer Applaus für ein Ensemble, das mit einer Mischung aus Musik, Tanz, Erlebnisberichten und skurrilen Gags Wahrheiten berührend auf die Bühne stellt!

Vorstellungen:

26. Mai (19 Uhr), 27. Mai (11 Uhr).

Karten:

Tel. 0732/600 555.

Qelle: http://www.volksblatt.at/artikel/die_insel_im_meer_ist_nicht_mehr_leer_21052015/

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