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WE WILL RISE: Solidarität mit den hungerstreik

Foto: derstandard

Weihnachtliche Solidaritätserklärung mit den 27 seit 22. Dezember hungerstreikenden Flüchtlingsaktivisten
Wir sind in Österreich geborene, hierher geflüchtete, hier aufgewachsene, hier seit langer und kurzer Zeit lebende MigrantInnen, Angehörige der 2. Generation, Menschen mit Migrationshinter-bzw. vordergrund.
Seit nun genau einem Monat haben sich Flüchtlingsaktivisten vom Flüchtlingslager in Traiskirchen aus selbst organisiert, um einen 24 km langen Protestmarsch nach Wien anzutreten. In Wien angekommen errichteten sie im Zentrum Wiens im Sigmund Freud Park ein Refugee Protest Camp um auf ihre unerträglichen Lebensbedingungen aufmerksam zu machen und, um für existenziellen Rechte zu kämpfen.
Wir sehen den aktuellen Protest auch unter dem Vorzeichen vorangegangener Demonstrationen wie die der Somalischen Community vor dem Parlament im Oktober 2012 und den Demonstrationen und Mahnwachen der unterschiedlichsten Afrikanischen Communities in Wien angesichts rassistischer Polizeigewalt 1999 und 2003. Die Tatsache, dass die Protestbewegung von Flüchtlingsaktivisten selbst ausgeht, stellt für uns einen wichtigen historischen Moment in der Geschichte sozialer Bewegungen in Österreich dar, den wir als emanzipatorischen Aufbruch werten. Gleichzeitig sind die Proteste auch Teil der globalen Realität der Nord-Süd Kluft, der damit einhergehenden Ausbeutungsverhältnisse und kriegerischen Auseinandersetzungen. Angesichts der Militarisierung der Außengrenzen Europas und der existenzbedrohenden strukturellen Gewalt derer sich Geflüchtete, Asylsuchende und MigrantInnen innerhalb der Festung Europas tagtäglich konfrontiert sehen formieren sich gleichzeitig auch selbstorganisierte politische Widerstände. In Ländern wie Frankreich, Deutschland und der Schweiz wächst eine Bewegung von FlüchtlingsaktivistInnen die gegen ihre Rechtlosigkeit demonstrieren. Sie legen dar, dass Menschen nicht illegal sind, sondern illegalisiert werden.
Die Flüchtlingsaktivisten in Wien suchen nun seit dem 18. Dezember Schutz in der Votivkirche. Konsequent lehnten sie das am Runden Tisch gemachte Angebot der Caritas von warmen Schlafplätzen für alle protestierenden Flüchtlingsaktivisten ab. Trotz vermehrter, als Routine bezeichneten Polizeikontrollen des Refugee Protest Camps sind die Flüchtlingsaktivsten entschlossen so lange zu bleiben bis ihre politischen Forderungen ernst genommen werden. Als Reaktion auf die Antwort des Innenministeriums nach der Gesprächsrunde in der Votivkirche lediglich einigen der Flüchtlingsaktivisten anzubieten in der Grundversorgung bleiben zu können sind 37 der Flüchtlingsaktivisten in den Hungerstreik gegangen.
Wir solidarisieren uns mit der starken politischen Position der Flüchtlingsaktivisten sich nicht mit warmen Betten und individuellen Lösungen abspeisen zu lassen! Es geht nicht um momentane individuelle Lösungen sondern um dringend notwendige strukturelle Veränderungen die die Lebensumstände aller Geflüchteten verbessern! Wir erklären uns mit den hungerstreikenden Flüchtlingsaktivisten solidarisch und schliessen uns ihren Forderungen an. Mit ihnen fordern wir unter anderen einen sicheren Aufenthalt für alle am Protest teilnehmenden Flüchtlingsaktivisten, ein faires Asylverfahren, bessere Asylbedingungen, Zugang zum Arbeitsmarkt, die Anerkennung von sozioökonomischen Fluchtmotiven neben den bisher anerkannten Fluchtgründen und die sofortige Aufnahme von konstruktiven Verhandlungen mit dem Innenministerium!

!WE WILL RISE!
PAMOJA Bewegung der jungen Afrikanischen Diaspora in Österreich,
Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague,
BDFA. Bunte Demokratie für Alle
Pan African Forum in Austria – PANAFA,
Somalische Flüchtlinge in Österreich
Niger Delta Initiative
Verein Präsident der Afrikanischen Minderheiten in Österreich.
Black Community, Linz.
Verein maiz
ADA – Alternative Solidarität Österreich.

Wir fordern Community-Organisationen und Personen auf ihre Solidarität zu zeigen!
Bitte unterzeichnet die Solidaritätserklärung, veröffentlicht sie auf euren Homepages und kommt zur Kirche!

Siehe: http://refugeecampvienna.noblogs.org/

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